Sonntag, 25. Mai 2014

DIY Shirtdesign mit Selbstklebefolie

Wieder einmal einfarbige Shirts gekauft? Ein Stoffsackerl, das ein wenig interessanter aussehen könnte? Hier folgt heute eine ausführliche Anleitung, wie man äußerst professionell aussehende Drucke auf Stoff herstellt. Als besonderes Highlight gleich noch ein Versuch, der missglückt ist: Farbdruck mit Glitzer. Vorausschicken möchte ich nur eine Warnung; es ist nämlich so ziemlich jeder Schritt in dieser Anleitung eine Geduldprobe. Aber die Belohnung kann zum Beispiel so aussehen:


Die Materialien:

 
- Stoff
- Stofffarbe
- Stupfpinsel oder Borstenpinse
- Bucheinbandfolie (selbstklebend)
- Durchschlagpapier
- Spitzer Stift (Kugelschreiber geht am besten)

zusätzlich (nicht am Bild):
- Bastelmesser oder ähnliches Schneidmaterial (+Unterlage)
- Hilfsmittel zum Umrühren (gut geeignet: Holzspachtel)
- alte Zeitung

Zu Beginn braucht man erst eine Vorlage. Ob gleich frei Hand gezeichnet oder durchgepaust, irgendwie muss das Motiv auf die Bucheinbandfolie kommen. Ich nehme wegen der klaren Konturen gerne Bilder aus Kindermalbüchern, in diesem Fall ist die Vorlage aber aus dem Internet gesucht und in gewünschter Größe ausgedruckt.

Mit Hilfe des Durchschlagpapiers werden die Konturen auf das Papier auf der Klebefolie übertragen. Gut bewährt hat sich mein ewiger allererster Schritt dazu, nämlich, alle drei Teile (in richtiger Reihenfolge, und Achtung bei der Ober- und Unterseite des Durchschlagpapiers) gleich miteinander an den Ecken auf die Unterlage zu kleben. So geht man sicher, dass nichts verrutscht.
 

Dann also mit einem Stift die Konturen auf der Vorlage nachfahren. Wenn man den Stift in einer konträren Farbe zur Schablone wählt, sieht man recht gut, was man schon nachgefahren hat, und spart sich doppelte Wege. Zwischendurch empfiehlt es sich, zu überprüfen, ob der angewandte Druck stimmt und die Farbe auch gut durchgedrückt wird (am besten nur an einer Ecke anheben und den Rest mit einer Hand gut festhalten, damit nichts verrutscht).

Hier sieht man sehr gut, wie weit schon durchgepaust wurde.

Den Schriftzug unter dem Motiv habe ich zusätzlich frei Hand mit Folienstift gleich auf der Vorderseite der Folie entworfen, bei schwierigeren Motiven empfehle ich aber die komplizierte Variante mit Durchschlag, weil der Druck dann exakter aussieht.

Ein wenig musste ich korrigieren. Aber dafür ist meine eigene Schrift am Shirt. :)

Wenn alles durchgepaust ist, sollte man sich erst überlegen, wo die Folie durchbrochen werden soll, damit der Druck auch im Positiv so aussieht, wie man es beabsichtigt. Das kann bei schwierigeren Motiven schon eine Herausforderung sein, als Gedankenstütze male ich oft die Flächen auf der Folie aus, um die Endwirkung zu sehen. Dann werden alle Flächen ausgeschnitten, durch die Farbe auf den Stoff kommen soll. Damit hätten wir die zweite Geduldprobe bestanden.

Erst geduldig ausschneiden...

...dann zufrieden die fertige Schablone betrachten.

Als Nächstes wird der Stoff für den Druck vorbereitet. Bei Shirts und Stoffsackerln nehme ich dafür meist eine ganze Zeitung und lege sie so zwischen Vorder- und Rückseite, dass der Stoff möglichst gespannt ist. Das hilft nicht nur beim Druck selbst, sondern auch schon beim Aufkleben der Schablone. Ich habe immer sehr gute Erfahrung mit Zeitung als Unterlage gemacht, da diese die überschüssige Farbe gleich aufnimmt. Anfangs habe ich es mit weniger saugfähigem Material probiert, hatte aber dann das Problem, dass die Farbe unter der Folie verrann. Da hätte ich mir die Folie gleich sparen können und frei Hand malen  - was übrigens auch sehr gut funktioniert, aber heute soll es ja exakt sein. Also zurück zum Thema und zur nächsten Geduldprobe.

Die fertige Schablone wird in gewünschter Position auf den Stoff geklebt. Bei Kleidung sollte man eventuell zuerst im angezogenen Zustand vor dem Spiegel die Stelle grob markieren, wo gedruckt werden soll, da die Proportionen, wenn nur aufgelegt, oft sehr täuschen. Für mich hat sich bewährt, mit dem Kleben an einem Eck (oder bei größeren Motiven, an einer Kante) anzufangen. Also: Nur ein Stück weit das Papier von der Folie lösen und die gelöste Stelle gleich am Stoff festdrücken. Wenn der Anfang passt, das Papier langsam immer weiter lösen und die Folie gleich festdrücken, ohne am anderen Ende zu ziehen. Falls der Anfang misslingt, kann man so das fehlgeklebte Stück einfach wieder lösen und neu ausrichten, verliert dabei aber nicht gleich die Klebekraft der ganzen Schablone. Wenn die Folie dann vollständig klebt, reibe ich meist noch mit einem Werkzeug drüber (zB Falzbein, glatter Scherengriff oder Fingernagel), um vor allem die Ränder verlässlich am Stoff zu fixieren.

Das Papier wird immer nur ein Stück weit von der Folie abgezogen und gleich festgedrückt.

Als nächstes wird die Farbe angerührt. Dicke Stofffarbe lässt sich besser drucken, wenn sie etwas verdünnt ist. Deshalb mische ich immer ein paar Tropfen Wasser dazu, um die Konsistenz ein wenig (!) flüssiger zu bekommen. Ein paar Probestupser mit dem (Stupf-) Pinsel auf Papier zeigen, ob die Konsistenz in Ordnung ist, ansonsten kann noch Wasser nachgegeben werden. Dabei lieber erst zu trocken beginnen und dann Wasser zugeben, als von vorneherein zu feucht anmischen!

Spezielles Highlight: In dem Fall wollte ich gerne vermeiden, dass der langweilige Standardbraunton auf dem langweilig standardbraunen Shirt zu unappetitlich aussieht, und wollte deshalb gerne elegantes Glitzerbraun daraus machen. Die Logik dahinter: Wenn sich das Glitzerpulver mit der Farbe vermischt, haftet es durch die Verbindung mit der Farbe am Stoff. Trotz meines Spezialtricks (Glitzer mit Haarspray fixieren), hat es aber nicht gehalten und fiel wieder ab. Das Fazit: Diese Mischung ist nicht zu empfehlen, lasst diesen Punkt also einfach weg. Falls jemand von euch einen Tip hat, wie das Ganze doch noch halten könnte, probiere ich es gerne noch einmal aus. :)

Farbe, Wasser (bevor es zur Farbe kam, war es noch frisch!) und Glitzer.
Darunter: Erste Probedrucke mit Stupfpinsel und Stempel.


Jetzt wird also endlich gestupst, gepinselt, oder wie auch immer. Die Farbe wird mit dem letzten Restchen Geduld auf den Stoff übertragen, dabei arbeite ich prinzipiell von innen nach außen. Den frisch getauchten (Stupf-) Pinsel tupfe ich im Gefäß noch etwas ab, damit er nicht zu voll ist (alles kann die Zeitung auch nicht aufsaugen), dann tupfe ich von der Mitte der Schablone nach außen hin zum Rand. Dadurch trieft der Pinsel dann am Rand nicht mehr vor Farbe und man damit exakter arbeiten, trotzdem werden die Flächen schnell gefüllt. Probleme mit etwaigen Farbabweichungen bei unterschiedlich dickem Auftrag habe ich bei der von mir verwendeten Farbe übrigens bisher nicht beobachtet.


Den Sternestempel habe ich ganz einfach selbst gemacht. Aus Moosgummi ausgeschnitten, mit wasserfestem Kleber auf das Holzstück geklebt, und los. Auf den Stempel trage ich die Farbe auch immer mit dem Stupfpinsel auf, so wird sie gleichmäßig verteilt und beim Stempeln kaum jemals unter dem Stempel herausgedrückt.

Schlechtes Beispiel, hier ist der Stempel verrutscht.
Da hat der Glitzer noch gut gehalten... seufz!

Wenn alles ausgefüllt ist, lässt man die Farbe gut durchtrocknen. Dann wird der Stoff (je nach Anleitung auf der Stofffarbe, aber meist mit sehr geringer Hitze) ein paar Minuten lang von links ("innen") gebügelt. Dabei bitte aufpassen: Die Zeitung sollte auch hier zwischen den Lagen sein, da die Farbe immer noch abfärben könnte! Je nach Art des Stoffes reicht auch trocknen lassen oder in den Backofen legen, bügeln ist aber immer noch die sicherste Variante.

Und dann ist das gute Stück endlich fertig! Jetzt wird nur noch fotografiert und fleißig spazieren gegangen, um mit dem neuen Werk anzugeben. :) Falls trotz viel zu ausführlicher Erklärungen doch noch Fragen auftauchen sollten (oder gerade deshalb?), antworte ich gerne!

Der Beweis: Kaum noch Glitzer übrig. Aber trotzdem tolle Farbe!



Genießt das schöne Wetter, viel Spaß beim Nachmachen!

-m

Kommentare:

  1. Cooooole Idee!
    Muss auch mal probieren :)

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    1. Danke :) Ich finde es auch jedes Mal wieder toll. Aber es ist viel Arbeit. Aber es lohnt sich! Meeehr davon! :)

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